Dynamische Biegezugmaschine –
Das Verhalten von Asphaltkonstruktionen
im Labor simulieren.
Gebrauchsorientierte Asphaltprüfungen
Asphaltstraßen besitzen einen komplexen Aufbau und sind im hohen Maße Verkehrsbelastungen ausgesetzt. Mit gebrauchsorientierten Prüfverfahren können wesentliche Eigenschaften des Asphalts wie Kälteverhalten, Ermüdung und Verformungsbeständigkeit bestimmt und individuell optimiert werden. Mit unserer Dynamischen Biegezugprüfmaschine können wir das „Verhalten einer Asphaltkonstruktion im Einbauzustand“ bereits vorher im Labor simulieren.
Die Prüfverfahren
Kälteeigenschaften
Die Rissresistenz eines Asphaltes bei tiefen Temperaturen erfolgt gemäß der Technischen Prüfvorschrift „Verhalten von Asphalt bei tiefen Temperaturen“ mittels des einaxialen Zugversuches und des Abkühlversuchs.
Beim einaxialen Zugversuch werden mehrere Probekörper bei unterschiedlichen Temperaturen mit einer konstanten Zuggeschwindigkeit axial bis
zum Bruch belastet.
Der Abkühlversuch simuliert die Beanspruchung von Asphalt bei kalter Witterung. Der Probekörper wird kontinuierlich abgekühlt, dabei jedoch auf konstanter Länge gehalten. Infolge des verhinderten thermischen Schrumpfens entstehen zunehmend Zugkräfte, die als kryogene Spannungen bezeichnet werden.
Die Differenz zwischen einaxialem Zugversuch und Abkühlversuch wird Zugfestigkeitsreserve genannt. Sie beschreibt die verbleibenden Kapazitäten des Asphalts, um Verkehrsbelastungen aufzunehmen.
Ermüdungsbeständigkeit
Jede Achsüberrollung schädigt den Asphalt in geringem Maße und schwächt durch Mikrorisse die Konstruktion. Im Labor werden Materialermüdungen bestimmt, indem Probekörper bis zum Bruch belastet werden. Der Verlauf der Ermüdungskurve und die Anzahl der Lastwechsel bis zum Bruch ermöglichen Aussagen über die Lebensdauer einer Asphaltbefestigung. Hohe Bruchwechselzahlen kennzeichnen dabei Asphalte mit einer hohen Resistenz gegen Ermüdungsrissbildung.
Die Ermüdungsbeständigkeit wird über die Vierpunkt-Biegeprüfung nach DIN EN 12697-24, den dynamischen Zug-Schwellversuch nach TP A-StB oder über den dynamischen Spaltzugversuch nach ALP A-StB bestimmt.
Verformungseigenschaften
Die Verformungsneigung einer Asphaltkonstruktion kann neben dem Spurbildungsgerät auch mittels Druck-Schwellversuch bestimmt werden. Aus der Verformungskurve können relevante Merkmalsgrößen zur Beschreibung der Wärmestandfestigkeit des Asphalts ermittelt werden. Die Verformungseigenschaften werden bei Gussasphalt gemäß TP A-StB Teil: Dynamischer Eindringversuch mit ebenem Stempel an Gussasphalt bzw. bei Walzasphalt mit dem einaxialen oder triaxialen Druck-Schwellversuch gemäß DIN EN 12697-25 bestimmt.
Optimierung von Asphaltmischungen und Untersuchung spezieller Problemstellungen
- Dauerhafte Asphalte bei Betreibermodellen
- Gussasphalt bei hoch belasteten Straßen und auf Brücken
- Optimierung der Lebensdauer einer Asphaltkonstruktion
- Einfluss der Zugabemenge von Asphaltgranulat auf die Mischguteigenschaften
- Gleichwertigkeit und Verhaltensweisen von Asphalt mit Sonderbindemitteln
- Dynamischer Stempeleindringversuch an Gussasphalt im Rahmen der Erstprüfung gemäß TL Asphalt-StB 07
- Ermitteln von Kenngrößen zur rechnerischen Dimensionierung von Fahrbahnbelägen
- Kälterissempfindlichkeit des Asphaltes bei Konstruktionen mit hoher Verkehrsbelastung

Akkreditierungsnummer L477